kegel-regeln


Kegel-Regeln

Kegeln ist eine Sportart, bei der der Spieler zumeist von einem Ende einer glatten Bahn (Kegelbahn) aus mit kontrolliertem Schwung eine Kunststoffkugel ins Rollen bringt, um die am anderen Ende der Bahn aufgestellten neun Kegel umzulegen. Es besteht eine Verwandtschaft mit dem Bowling: Beim traditionellen Kegeln gibt es neun Kegel, beim Bowling dagegen zehn (die Pins genannt werden). Kegeln wird auch als Präzisionssport bezeichnet.

Bahnarten beim Kegeln

Kegelbahn

Kegelbahn

Der Kegelsport wird in Deutschland auf vier verschiedenen Bahnarten betrieben: Asphalt- (Classic-), Bohle-, Scheren- und Bowlingbahn. Auf jeder dieser Bahnarten, deren Verteilung außer beim bundesweit anzutreffenden Bowling regional unterschiedlich ist, finden eigene Meisterschaften, Ligenspiele, Vereinspokale und Turniere im Rahmen der jeweiligen Sportordnung statt. Darüber hinaus werden alljährlich nach vorheriger Qualifikation über die Länder bundesweit die Deutschen Meisterschaften auf Dreibahnen ausgetragen: Hierbei müssen sich die Sportler nacheinander auf den drei Bahnarten Bohle, Schere und Asphalt/Classic bewähren und dabei die recht unterschiedlichen Kegeltechniken anwenden.

Allen Bahnarten ist das Ziel gemein, die größtmögliche Anzahl von Kegeln mit einem Wurf (Schub) umzuwerfen. Eine weitere Variante des Spiels ist es, bestimmte Konstellationen von Kegeln (Bilder) zu werfen.

Asphaltbahn (Classicbahn)

Der Anlauf und die Auflagebohle (Länge: 10m, Breite: 0,35 m) bestehen aus Linoleum. Die Kugellauffläche besteht aus Asphalt oder Kunststoff und hat über die gesamte Länge von 19,50 m einen Breite von 1,50 m. Für einen optimalen Kugellauf muss der Belag vollkommen glatt sein. Die gesamte Lauffläche liegt horizontal. Die Asphaltbahn wird überwiegend im süddeutschen Raum (Baden-Württemberg, Bayern) in Hessen, Rheinland-Pfalz und Berlin sowie in allen neuen Bundesländern (Ausnahme: Mecklenburg-Vorpommern) gespielt. International ist die Asphaltbahn in 14 Ländern (darunter Österreich, die Schweiz und Liechtenstein) verbreitet.

Bohlebahn

Der Anlauf und die Auflagebohle (Länge: 5,50 m, Breite: 0,35 m) bestehen aus Linoleum. Die Kugellauffläche besteht aus Holz oder Kunststoff und ist gekehlt. Wie die Scherenbahn hat auch die Bohlebahn eine Gesamtsteigung von 10 cm vom Beginn der Auflagebohle bis zum Kegelstand. Aufgrund der Maße der Lauffläche (23,50 m Länge und 0,35 m Breite) ist auf der Bohlenbahn Abräumen nicht möglich und es kann nur in die Vollen gespielt werden. Auf Bohlebahnen wird hauptsächlich in Norddeutschland (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein), in den Bundesländern Berlin und Brandenburg sowie international in Dänemark, Polen und Namibia gespielt

Scherenbahn

Der Anlauf und die Auflagebohle (Länge: 5,50 m, Breite: 0,35 m) bestehen aus Linoleum. Die Kugellauffläche besteht aus Holz oder Kunststoff und ist gekehlt. Die Bahn hat eine Gesamtsteigung von 10 cm vom Beginn der Auflagebohle bis zum Kegelstand. Die Lauffläche hat von der Aufsatzbohle bis zur Schere auf einer Länge von 9,5 m eine Breite von 0,35 m und verbreitert sich dann auf einer Länge von 8,5 m scherenartig bis auf 1,25 m beim Kegelstand.Scherenbahnen sind im westdeutschen Raum (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland) sowie im südlichen Niedersachsen und in Hessen verbreitet, im Ausland in den Benelux-Ländern, in Frankreich, Italien und Brasilien.

Besonderheit: Platzbahnkegeln

Eine regionale und besondere Form des Kegelns, die auch von der sonst üblichen Technik total abweicht, ist das Platzbahnkegeln, das als Wettkampfsport traditionell nur im Mansfelder Land im südlichen Sachsen-Anhalt vorkommt. Hier wird die hölzerne Kugel nicht gerollt, sondern aus einer Entfernung von 6,50 Metern von einer markierten Standfläche aus auf die neun Kegel geworfen. Zum Schutz der anderen Spieler und der Zuschauer befindet sich etwa 80 cm hinter dem Kegelstand eine Fangwand. Platzbahnkegeln findet üblicherweise im Freien statt.

 Verbände im deutschsprachigen Raum

Die deutschen Sportkegler sind im Deutschen Keglerbund (DKB) organisiert, der sich in vier Disziplinverbände (entsprechend den Bahnarten) gliedert: Deutscher Bohle-Kegler-Verband (DBKV) für den Kegelsport auf Bohlebahnen, Deutscher Schere-Keglerbund (DSKB) für die Schere-Aktivisten, Deutscher Keglerbund-Classic für Classic/Asphalt (DKBC) und die Deutsche Bowling-Union (DBU) für die Bahnart Bowling. In Österreich ist der Österreichische Sportkegel- und Bowling-Verband (ÖSKB), in der Schweiz und in Liechtenstein der Schweizerische Sportkegler-Verband (SSKV) Dachverband aller Sportkegler des Landes. In Belgien, das teilweise deutschsprachig ist, haben sich die Sportkegler zum Königlich-Belgischen Keglerverband (KBKV) zusammengefunden.

In der Schweiz gibt es noch eine Besonderheit: Die Schweizer Freien Kegler (Leitsatz: "Kegeln als Spiel mit sportlichem Ziel, Pflege der Kameradschaft und Geselligkeit") sind in der Schweizerischen Freien Keglervereinigung (SFKV) organisiert. Die SFKV hat 21 Unterverbände, welche selbständige Verwaltungen sind, auch gibt es einen Kantonalen Verband des Kantons Bern.

 Sportkegeln im Bereich Classic

Allgemeines

Sportkegeln wird im allgemeinen als Mannschaftssportart gespielt. Eine Mannschaft besteht aus 6 Spielern in manchen unteren Klassen auch 4 Spieler. Auch werden Einzel- Paar- und Mixed-Meisterschaften abgehalten. Neu dazugekommen sind Tandem- und Sprintbewerbe, die im KO System gespielt werden.

100/200 Wurf im DKB

Das im DKBC (also dem Classic-Bereich des DKB) betriebene Spielverfahren gliedert sich in Mannschaftsspiele zu je sechs Spielern (außer in der untersten Klasse, in der mit je 4 Spielern gespielt wird). Bei Damen- und in den unteren Herrenklassen werden pro Spieler/in 100 Wurf über 2 Bahnen, ab der Kreisliga (bzw. Bezirksklasse) werden bei den Herren pro Spieler 200 Wurf über 4 Bahnen gespielt. Ein Durchgang ist zeitlich auf 20 Minuten begrenzt. Jeder Spieler/in absolviert pro Bahn 50 Wurf kombiniert (25 Wurf in die Vollen und 25 Wurf Abräumen) wobei zuerst auf die Vollen gespielt wird. Nach einem Durchgang wechselt der Spieler mit seinem Gegner die Bahn. Sein Ergebnis wird auf die jeweilige Bahn übertragen. Alle Spielergebnisse von allen 6 bzw. 4 Spieler/innen werden zusammengezählt und dem Gegner gegenübergestellt. Gewonnen hat jene Mannschaft, die mehr Kegel hat. Unentschieden ist bei Kegelgleichheit. Weiterhin werden neben den Mannschaftsmeisterschaften in jedem Jahr auch Einzelmeisterschaften im DKBC zur Ermittlung der deutschen Einzelmeister durchgeführt. Hierbei müssen sich die Einzelspielerinnen und -spieler über Kreis-, Regional- und Landesmeisterschaften für das Finale qualifizieren.

120 Wurf International

International und in den meisten anderen Europäischen Ländern wurden 120 Wurf kombiniert (30 Wurf je Bahn : 15 Wurf Volle, 15 Wurf Abräumen) über 4 Bahnen mit 6 Spieler eingeführt. Gewertet wird Mann gegen Mann. Die 120 Wurf werden von Damen und Herren in allen Altersklassen gespielt ! Der Heimverein beginnt immer auf den ungeraden Bahnen. Nach jedem Durchgang (Satz), der 12 Minuten dauern darf, wird 1 Satzpunkt ausgespielt. Bei Kegelgleichheit gibt es einen Halben Punkt für jeden Spieler. Danach wird die Bahn gewechselt. Nach vier Durchgänge bekommt der Spieler mit mehr Satzpunkten 1 Mannschaftspunkt. Bei Satzgleichstand 2:2 bekommt der Spieler mit mehr Kegelanzahl den Mannschaftspunkt. Ist bei Satzgleichstand auch die Kegelanzahl gleich, so bekommt jeder Spieler/in einen Halben Mannschaftspunkt. Zusätzlich gibt es für die Mannschaft mit mehr Gesamtkegel 2 Mannschaftspunkte. Bei Kegelgleichheit jede Mannschaft 1 Mannschaftspunkt. Anschließend werden die Mannschaftspunkte (6 Spieler + Mannschaft) zusammengezählt. Insgesamt werden 8 Mannschaftspunkte ausgespielt. Es ist daher ein Sieg von 8:0 bis 4,5:3,5 möglich sowie ein Unentschieden bei 4:4 Mannschaftspunkte. In die Tabelle bekommt der Sieger 2 Punkte, bei Unentschieden 1 Punkt, der Verlierer 0 Punkte. Als zweite Wertung bei Punktegleichstand (Torverhältnis) werden auch die Mannschaftspunkte und die Satzpunkte in die Tabelle eingetragen.

Durch die Einführung der 120 Wurf wollte man ein einheitliches Spielsystem einführen, dass von allen Sportkegler/innen in allen Altersklassen gespielt wird, da jedes Land verschiedene Wurfdistanzen und Punktesysteme hatte. Weiters wollte man die Spannung erhöhen, da bei jedem Satz bereits ein Punkt ausgespielt wird und eine Mannschaft auch mit mehr Gesamtkegel das Spiel verlieren oder unentschieden beenden kann.

Die 120 Wurf werden auch international bei Weltmeisterschaften, Europapokal, Einzelweltpokal, Championate usw. gespielt.

Insgesamt gibt es 130.000 Classic-Kegler weltweit. Davon 90.000 aktive Spieler in Deutschland. Der Weltverband der Classic-Kegler (NBC) versucht entgegen den Wünschen der Mehrheit der Spieler in Deutschland, dieses System per Beschluss einzuführen. Da sich der Deutscher Keglerbund Classic (DKBC) gegen einen Eingriff in die nationale Hoheit wehrt, war Deutschland mehrfach international gesperrt. Aktuell ist die Sperre ausgesetzt, und bei den Weltmeisterschaften 2006 konnte Deutschland seine Spitzenstellung sofort wieder untermauern. Anfang 2007 soll in einem Gerichtsverfahren geklärt werden, ob der Weltverband berechtigt ist, den einzelnen Nationen das Spielsystem vorzuschreiben.

Kegel

Derzeit werden im Aktivenbereich zwei unterschiedliche Kegelformen gespielt: Der gerade geschnittene 2000-Kegel und der bauchige Top-Kegel. Die Wahl der Kegelform, welche auf einer Kegelbahn zum Einsatz kommt, kann während der Saison geändert werden solange auf allen Bahnen die gleichen Kegel eingebaut sind. Aktuell (2006) werben Hersteller und manche Verbände für den bauchigen Top-Kegel, da mit diesem ein besserer Kegelfall und bessere Schlagergebnisse verbunden sein sollen. Außerdem reduzieren sich die "Durchläufer"(ein Schub der zwischen allen Kegeln durchläuft) mit der Jugendkugel.

Ergebnisse, Holzzahlen

Die Ergebnisse (Kegelsumme oder auch Holzzahl, da ein gefallener/umgeworfener Kegel als 1 Holz gerechnet wird) im (Sport)kegeln hängen von vielen Faktoren ab, die gemeinsam zusammen spielen und auf die sich ein (Sport)kegler einzustellen hat. Die wesentlichen Faktoren sind: die Kegelform (tatsächlich hat sich herausgestellt, dass durch den Top-Kegel im Allgemeinen bessere Zahlen möglich sind), die Bahnpflege (durch das Aufbringen von Gleitmitteln gemäß Reglement kann das Schlagverhalten maßgeblich verbessert werden), der Kugel-Lauf (Gerade, Bogen, Drall), etc. Entscheidend ist daher, wie gut sich ein Spieler auf eine Kegelbahn einstellen kann.

Durch die genannten Faktoren können die erzielten Einzelergebnisse teilweise stark voneinander abweichen. Die folgenden Zahlen sind also als grobes Mittel zu verstehen.

Am Ende eines Spiels erreicht ein durchschnittlicher Spieler auf 100 Wurf etwa 400 - 450 Holz.Auf Bohlebahnen beträgt die durchschnittliche Holzzahl eines Sportkeglers 700 Holz. Ein durchschnittlicher Spieler erreicht auf 200 Wurf etwa 850 - 950 Holz, gute Spieler erreichen hier 1050 Holz und mehr. Jedoch sind auch mehr Holz bei Bundesligaspielern möglich und werden auf guten Bahnanlagen (s.o.) des öfteren erreicht.

Bei 120 Wurf erreicht eine durchschnittliche Spielerin etwa 520 Holz, der Weltrekord liegt aktuell bei 694 Holz! ein Sportkegler (Bohle) etwa 840 Kegel.

Ligen

DCL (Deutsche Classic Liga) - Bundesliga Ost / West - 2. Bundesliga Ost / Nord / West / Süd - "Bayernliga" (Bundesländer!!) - Landesliga Nord / Süd - Regionalligen (meistens zwei Regierungsbezirke zu einer Liga zusammengeschlossen) - Bezirksoberliga - Bezirksklasse Nord / Süd / Ost / West - Kreisoberliga - Kreisliga - Kreisklasse A - Kreisklasse B- Kreisklasse C (6 Spieler und zum Teil auch gemischte Mannschaften)

Kegeln als Freizeitbetätigung

Im Classic-Bereich unterscheidet man Breitensportkegeln und Freizeit- oder Hobbykegeln. Breitensportkegler sind seit 2006 im DKBC organisiert und messen sich wie die Sportkegler in Ligen, auf Landes- und Deutschen Meisterschaften. Sogar eine Europameisterschaft und einen Europacup wird es ab 2007 geben, Ausrichter der EM und des Europacups ist die Europäische Breitensport-Freizeitkegel Union (EBFU). Der Unterschied zu den Sportkeglern besteht lediglich dadurch, dass Breitensportkegler anstelle der Vollkugeln auch mit Lochkugeln spielen dürfen und die Ligen meist auf regionaler Ebene ausgetragen werden. Außerdem werden im Breitensport maximal 100 Kugel gespielt. Landesligen oder eine Bundesliga gibt es (noch) nicht.

Beim Freizeitkegeln stehen nicht wie beim Breitensport- oder Sportkegeln die sportliche Betätigung und der Wettkampf im Mittelpunkt, sondern vor allem die Geselligkeit und der Spaßfaktor. Freizeitkegeln ist daher strikt vom Breitensport- oder Sportkegeln zu trennen, und dessen unangenehme Begleiterscheinungen (wie z. B. der gelegentliche Konsum größerer Mengen Alkohols) haben die Sportart Kegeln schon oft und unberechtigterweise in Misskredit gebracht. In vielen Orten haben sich Männer und/oder Frauen zu Freizeit-Kegelklubs zusammengefunden. Zumeist wird eines oder mehrere aus der Vielzahl von Kegelspielen gespielt, und bestimmte Würfe wie "Pumpen" ("Pudel", "Ratten" = Nullwürfe), "Klingel" ("Kranz-Acht", Neunerwurf), "Verpasster Einsatz" usw. werden mit finanziellen Strafen belegt, um so Treffen und Ausflüge zu finanzieren. Berühmt in diesem Zusammenhang sind die oft mehrtägigen Ausflüge der Freizeitkegler, die sich selbst als "Kegelbrüder" (bzw. "-schwestern") bezeichnen, die gemeinhin als "Kegeltouren" bekannt sind.

Sonderregel: Holzpflicht

Die Holzpflicht ist eine Sonderregel beim Freizeitkegeln. Bei manchen Spielen ist es von Nachteil, eine bestimmte Anzahl von Kegeln zu werfen. Damit der Spieler deshalb nicht mit Absicht einen Pudel (d.h. in die Rinne neben der Bahn) wirft, muss er solange werfen, bis er mindestens ein Holz getroffen hat.

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